Emotion und Motivation – diese Verflechtung hat großen Einfluss auf unseren Lernerfolg

In vorherigen Blogartikeln sind wir bereits auf die Einflüsse von Motivation und Bedürfnissen auf den Lernerfolg eingegangen. Heute betrachten wir die Beziehung, in der unsere Emotionen zur Motivation stehen und wie sich Emotionen auf den Lernprozess auswirken.

Emotionen sind maßgeblich daran beteiligt, welche Handlungen wir zu tun bestrebt sind und auch daran, wie wir Informationen verarbeiten. Nachfolgend stellen wir dir interessante Modelle vor, die auf die Verflechtung zwischen Emotionen und Motivation, bzw. zwischen Emotionen und unseren Lernprozessen eingehen:

 

  1. Limited-Capacity-Modell

    Nach dem Limited-Capacity-Modell steuert das motivational-emotionale System des Menschen die Emotionen. Außerdem haben wir nur eine begrenzte Kapazität, die wir für die Informationsverarbeitung nutzen – es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Emotion und Motivation (bei limitierter Kapazität muss eine Priorisierung erfolgen). Menschen neigen dazu, emotionale Zustände mit einer positiven Valenz zu schaffen oder zu bewahren, während Zustände mit einer negativen Valenz gemieden werden.

  2. Cognitive Tuning Modell

    Nach dem Cognitive Tuning Modell zeigt der emotionale Zustand an, ob die aktuelle Situation sicher oder gefährlich ist. Daraus folgt auch die Information, welche Anforderungen sich aus der aktuellen Situation ergeben: Ist die Situation problematisch oder potentiell gefährlich, lösen die negativen emotionalen Zustände eine detailorientierte Informationsverarbeitung aus – die Lösung wird systematisch und sorgfältig geprüft. Kreativität wäre fehl am Platz, da die Gefahr keine Zeit lässt, einen neuen Ansatz auszuprobieren. In einer sicheren Situation wird Kreativität dagegen von den positiven emotionalen Zuständen gefördert.

  3. Promotion- vs. Prevention-Fokus

    Der Ansatz des regulatorischen Fokus geht auf die Bearbeitung von Aufgaben und die damit verbundenen unterschiedlichen Informationsverarbeitungsprozesse ein. Laut diesem Ansatz gibt es einen Prevention- und einen Promotion-Fokus. Befindet sich ein Mensch im Prevention-Fokus, arbeitet er sehr sorgfältig und ist darauf bedacht, Fehler zu vermeiden. Diese Exaktheit kann bedeuten, dass ein geringeres Volumen von Aufgaben bearbeitet wird. Dagegen nimmt eine Person im Promotion-Fokus Fehler eher in Kauf, wenn durch z. B. kreative Ideen eine größere Leistungsmenge bearbeitet werden kann. Der Prevention-Fokus geht mit eher negativen Emotionen einher. Beim Promotion-Fokus dominieren eher positive Emotionen.

 

Wie können wir diese Modelle für das digitale Lernen, bzw. für die Lernenden nutzen?

Im Sinne des Limited-Capacity Modells sollten wir unsere digitalen Lernlösungen so gestalten, dass sie positive Emotionen hervorrufen – dann werden die Lernenden die Situation gerne wiederholen und auch lieber in der Lernumgebung verweilen. Die Schaffung positiver Erlebnisse ist hier der Schlüsselbegriff. Generell empfehlen wir, dass Trigger für positive Erlebnisse bewusst in die Konzeption digitaler Lernelemente mit einfließen sollten. Ein Auslöser für ein positives (Lern-)Erlebnis könnte z.B. schon eine gut platzierte Interaktion in Form eines interaktiven virtuellen Klassenraumtrainings (VCT) mit anderen Personen aus der Lerngruppe sein. Dieses Erlebnis wäre im Sinne des Cognitive Tuning Modells und des regulatorischen Fokus eine sichere Umgebung, sodass in der Lerngruppe kreativ eine große Anzahl neuer Lösungen erarbeitet werden kann.

 

Hast du weitere Ideen, wie wir die Beziehung zwischen Emotionen und Informationsverarbeitung für das digitale Lernen nutzen können? Wir freuen uns auf deine Kommentare oder schreibe uns gerne an digital-learning@integrata.de.

 

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