VIER

Was es mit der VIER auf sich hat!

VIER!

Vier gewinnt, incredibles four, „Die Fantastischen Vier„, Vier Seiten einer Botschaft, warum also nicht auch eine Vier in der Didaktik.

Das 4 CID Modell ist ein hochspannendes sehr spannendes Modell aus dem Instruktionsdesign.

„das Four Component Instructional Design Model (4CID) von Van Merriënboer (1997) vorgestellt und die vier Einzelelemente 1.) Lernaufgaben, 2.) Unterstützende Informationen, 3.) Just-in-time-Informationen und 4.) Parttask Practice im Detail diskutiert.“(BASTIAENS)

Dieses Modell schafft es komplexe Sachverhalte so zu zerkleinern und zu vermitteln, dass der Lerner Schritt für Schritt die Komplexität nicht nur alleine erfassen kann er kann auch eigene neue Lösungen schaffen.

Das Modell im Detail

Das Modell von Merrienbören setzt im Gegensatz zum Anchord Instruction auf ein Lernen in der Situation. Es wird keine verwandte Ebene gesucht sondern direkt im Lernfeld gearbeitet, ebenso wie wir es bereits vom Cognitive Apprenticeship kennen. Merrienbören möchte mit seinem Modell „träges“ Wissen vermeiden.

4CID ist daher eine Methode die sehr gut bei komplexen und neuen Themen verwendet werden kann. Das vorgehen kann in etwa so beschrieben werden, „Die Lernaufgaben sollen den Einsatz eines umfangreichen Problemlöse- und Routinerepertoires erfordern und einen Lebensweltbezug aufweisen, d.h. authentischen Charakter und ein gewisses Ausmaß an Interessantheit besitzen. Lernaufgaben mit ähnlichen Anforderungen werden zu Aufgabenklassen zusammengefasst, innerhalb derer sich das Ausmaß an instruktionaler Unterstützung nach und nach verringert und die bestimmte Aktivitäten von den Lernenden verlangen und sequenzieren. So könnten die Lernenden

etwa zuerst ein ausgearbeitetes Lösungsbeispiel bearbeiten müssen, bevor sie eine Vervollständigungsaufgabe und schließlich ein offenes Problem vorgelegt bekommen. Der jeweils folgende Aufgabenzyklus weist eine höhere Komplexität auf als die erste Aufgabenklasse.“ (Kollar & Fischer, 2008)

Der Vorteil des 4CID Modells für Online gestütztes Lernen ist, dass das Lernen nicht auf Sozialem Austausch basiert. „Der 4C/ID-Ansatz den in beiden Fällen fokussierten Wissenserwerb als klar individuellen Prozess an.“  (Kollar & Fischer, 2008)

Der Aufbau und die einzelnen Schritte des 4CID Modells sollen nun näher betrachtet werden, wie bereits bekannt besteht das Modell aus vier Schritten :

  1. Lernaufgabe (learning task)
  2. Unterstützende Information (supportive information)
  3. Prozedurale Information
  4. Übungen von Teilaufgaben (part-task-practise)

 

„Innerhalb der Designaufgaben wird generell unterschieden zwischen der Konzeption der Wissensvermittlung und der Konzeption von Übungs- und Anwendungsaufgaben. Kern des 4C/ID-Modell ist die Konzeption umfassender Übungs- und Anwendungsaufgaben im Sinne von Problemstellungen, Fall- und Projektaufgaben und die Entwicklung von Lernumgebungen im Sinne eines Arrangements von Situationen, in denen komplexe kognitive Fähigkeiten ganzheitlich vermittelt und geübt werden können.“ (Niegemann, 2001, S.62ff)

 

Learning task

Konkrete ganzheitliche Aufgaben. Diese Aufgaben sollen den Aufbau kognitiver Schemata bei den Lernenden unterstützen. Diese kognitiven Schemata verhelfen dazu Automatisierungen bei wiederkehrenden Aufgaben zu entwickeln um sich auf nicht widerkehrende Aufgaben konzentrieren zu können. (Niegemann, 2001)

Merrienboer sieht in seinem Buch „Ten Steps to Complex Learning“ drei weitere kleine Schritte vor, die berücksichtigt werden sollten.

Design Learning Tasks, Sequence Task Classes und Set Performence Objektives (Merrienboer, 2007)

 

Suppotive information

Sind Informationen die gegeben werden müssen um nicht widerkehrende Aufgaben lösen zu können.  Diese Informationen erklären auch wie man sich einem Problem einer Aufgabenstellung nähert.

Diese unterstützenden Informationen stellen eine „Brücke“ dar zwischen vorhanden Wissen und dem neu zu erwerbendem Wissen. (Niegemann, 2001)

Auch hier empfiehlt Merrienboer drei Teilschritte, „Design Supportive Information, Analyze Cognitive Strategies, Analyze Mental Models.“ (Merrienboer, 2007)

 

Prozedurale information

Diese Informationen werden in kleinen „Portionen“ an den Teilnehmer gegeben. Sie werden erst dann benannt wenn sie auch benötigt werden. (Niegemann, 2001)

Wie auch schon bei den beiden Vorrangegangene Steps werden von Merrienboer drei Zwischenschritte bei den Designüberlegungen empfohlen. „Design Procedural Information, Anlayze Cognitive Rules, Analyze Prerequisite Knowledge“ (Merrienboer, 2007)

 

Part-task-practise

Zusätzliche repetierende Übungen von wiederkehrenden Aufgaben, die schnell und auf hohem Niveau  automatisiert werden müssen.

 

In jeder der vier Ebenen sind wiederum vier Designkomponenten zu berücksichtigen, die sich auf Routine- und heuristische Fähigkeiten beziehen:

  • Wissenskompilierung : Analyse von Teilfähigkeiten, die wiederholt angewandt werden müssen und die wenig kognitive Ressourcen beanspruchen
  • Vorwissen/ Voraussetzungen: Analyse des Wissens, das Voraussetzung für die routinemäßigen auszuführenden Tätigkeiten ist.
  • Induktion: Analyse von Teilfähigkeiten, die sich auf nicht routinemäßige Aufgaben beziehen- also heuristische Fähigkeiten
  • Elaboration: Analyse des Wissens, das Voraussetzung für die nicht routinemäßige Fähigkeit ist. (Niegemann,2001,S.58ff)

Derzeit ist das 4C/ID Modell eines der international anerkanntesten Modelle für Trainings die komplexe kognitive Fähigkeiten vermitteln wollen.

 

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